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Unser aktuelles Projekt:

Psycho-onkologisches Casemanagement bei autologer Stammzelltransplantation. Koordination des Übergangs aus stationärer in ambulante psychotherapeutische/onkologische Versorgung

Projektleiter:
Dr. med. I. Bumeder, Dr. phil. Dipl.-Psych. C. Kinzel
Projektmitarbeiter:
Dipl.-Psych. C. Motzke, Dipl.-Psych. M. Kohnert, Dipl.-Psych. Y. Kälberer-Dychenko, Dr. med. K. Ebelt
Schwerpunkte:
Klinische Forschung, psychotherapeutische Interventionsforschung, Implementierung der Psychoonkologie

Zielsetzung
Trotz der Anstrengungen der letzten Jahre ist in der psycho-onkologischen Versorgung der Patienten eine eklatante Unterversorgung zu beklagen. Im Rahmen dieser Studie soll für den Patienten eine bedarfsgerechte psycho-onkologische Vollversorgung durch Etablierung einer Koordinationsstelle gesichert werden, die den Patienten an einen wohnortnahen niedergelassenen Psychotherapeuten vermittelt. Ein Netz an niedergelassenen Psychotherapeuten, die in der Versorgung onkologischer Patienten Erfahrung haben, wird aufgebaut.  

Fragestellung
•  Welcher psycho-onkologische Behandlungsbedarf und -wunsch   
besteht  bei Patienten nach PBSZT?
•  Zeigt ein psycho-onkologisches Casemanagement im Rahmen einer PBSZT eine positive Auswirkung auf die Lebensqualität und das psychische Befinden der Patienten?
•  In welchem Ausmaß profitieren die Patienten von einer Psychotherapie, die wohnortnah bei niedergelassenen Psychotherapeuten und nicht monozentrisch im standardisierten Forschungsprojektrahmen durchgeführt wird?
•  Wie wird das psycho-onkologische Casemanagement von Patienten, 
behandelnden Psychotherapeuten und Onkologen bewertet?

Methode
Bei 350 bis 400 Patienten wird zunächst der psycho-onkologische Behandlungsbedarf mittels der psycho-onkologischen Basis-Dokumentation (PO-BaDo) und dem NCCN Distress-Thermometer erhoben und anschließend werden beim Erstkontakt und 3, 6 und 12 Monate nach PBSZT die folgenden Messinstrumente eingesetzt:
•   EORTC QLQ-C30 (Fragebogen zu Lebensqualität)
•   Schedule for the Evaluation of individual Quality of Life
•   Hospital Anxiety and Depression Scale
•   Profile of Mood States
•   Skalen zur Sozialen Unterstützung bei Krankheit

Besteht nach objektiven Kriterien Bedarf nach psycho-onkologischer Unterstützung oder von Seiten des Patienten ein Behandlungswunsch wird der Patient im Rahmen eines Casemanagements nach der erfolgten Stammzelltransplantation innerhalb von 4 Wochen an einen wohnortnahen niedergelassenen Psychotherapeuten vermittelt.

Projektposter

 

Unser bereits beendetes Projekt:

Einfluss einer gezielten psychotherapeutischen Intervention auf die Lebensqualität vor, während und bis zu zwei Jahren nach Hochdosis-Therapie mit autologer Stammzelltransplantation bei Leukämie- und Lymphompatienten

Projektleiter:
Dr. med. E. Frick, Dr. med. I. Bumeder
Projektmitarbeiter:
Dipl.-Psych. M. Tyroller M.A., Dipl.-Psych. C. Halevy, R. Zierl Fachkrankenschwester
Schwerpunkte:
Klinische Forschung, psychotherapeutische Interventionsforschung, Implementierung der Psychoonkologie

 

Voraussetzung der Hochdosis-Chemotherapie ist die Sammlung eigener Blut-Stammzellen, die konserviert und im Anschluss an die Behandlung zurückübertragen werden (autologe Stammzelltransplantation). Diese Behandlung eröffnet deutlich verbesserte Behandlungschancen bei verschiedenen Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems sowie bei bestimmten gynäkologischen Tumoren. Die Behandlung ist jedoch mit Nebenwirkungen sowohl während des stationären Aufenthaltes als auch danach verbunden.

 

Zielsetzung
In dieser Längsschnittuntersuchung wurde der Einfluss einer supportiv-psychotherapeutischen Intervention auf die Lebensqualität der Patienten vor, während und nach der autologen Stammzelltransplantation untersucht. Die Zielsetzung der Studie war die Verbesserung des sozialen Umfelds der Patienten und die Erleichterung des Lebens nach der Transplantation. Besondere Beachtung fand die wahrgenommene soziale Unterstützung der Patienten und deren Einfluss auf die Überlebenszeit der Patienten.

 

Fragestellung
•  Wirken sich supportiv psychotherapeutische Interventionen positiv auf die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten, die mit Hochdosis-
Chemotherapie/ Stammzelltransplantation behandelt werden aus?
•  Welcher Interventionszeitraum ist für die supportiv-psychotherapeutische Intervention am günstigsten (unmittelbar nach der Transplantation bis 6 Monate danach vs. 6 Monate bis 12 Monate nach der Transplantation)?
•   Kommt es zu verzögerten Effekten der psychotherapeutischen Intervention im zweiten Jahr nach Transplantation und wie stabil sind gegebenenfalls diese Effekte?
   Welche Bedeutung hat die wahrgenommene soziale Unterstützung der Patienten für deren Überlebenszeit?

 

Methode
In dieser Untersuchung wurde den Patienten Unterstützung schon vor der stationären Aufnahme in Form von Entspannungsverfahren, z. B. Autogenes Training angeboten. Ebenfalls in der Anfangsphase werden die Patienten in die Arbeit mit gesundheitsfördernden und die Entspannung unterstützenden Vorstellungen (Imaginationen, d.h. innere Bilder) eingeführt. Während des Krankenhausaufenthalts erfolgt eine psychotherapeutische Begleitung und nach der Entlassung eine ca. 15 Stunden umfassende tiefenpsychologisch fundierte Einzeltherapie, die darauf abzielt, die Selbstheilungskräfte der Patienten zu stärken. Angehörigen und Freunden stand eine Gruppe zur Verfügung.

 

Ergebnisse
•   Psychotherapiepatienten schneiden in den Funktions- und Symptomskalen des EORTC QLQ-C30 besser ab als die Vergleichsgruppe, aber schlechter als eine nach Alter und Geschlecht adjustierte deutsche 
Bevölkerungsstichprobe (Schwarz und Hinz 2001). 
Statistisch und praktisch bedeutsam ist der Effekt für den mit dem POMS erfassten Parameter „Tatendrang“.
•   Eine frühe psychotherapeutische Intervention (erstes Halbjahr nach PBSZT) wirkt sich stärker auf die Verbesserung der Lebensqualität aus als eine späte (zweites Halbjahr nach PBSZT).
•   Die Effekte der psychotherapeutischen Intervention bleiben 18 und 24 Monate nach PBSZT stabil.
   Es zeigte sich ein Zusammenhang zwischen einer als problematische 
wahrgenommenen sozialen Unterstützung und der Überlebenszeit der 
Patienten. Das Sterberisiko bei Patienten mit einem hohen Maß an 
problematischer sozialer Unterstützung ist um ein dreifaches erhöht.

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